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Pressestimmen


Lokale und regionale Pressevertreter berichten seit Jahren über den Bayreuther Kinder- und Spatzenchor. Eine Auswahl an Pressestimmen der Bayreuther Lokalzeitung Nordbayerischer Kurier liefert einen guten Rückblick auf die letzten Jahre. 

Zack, Bäng, Boing!


Nordbayerischer Kurier, 16.05.2013

„Hast du Stimme? Lauter!“
Wie der Kinderchor mit Tanz, Singen und Spiel das Stück“Am Samstag kam das Sams zurück“ einstudiert

von Ulrike Schuster

Endlich kehrt das Sams zurück. Und Herr Taschenbier freut sich. „Wie schön … wie gut! Wie gut … wie schön! Jetzt feiern wir das Wiedersehen!“ Gesungen, getanzt: Über 30 Knirpse, „Spatzen“ genannt, und 60 „Große“ haken sich bei ihrem Nachbarsänger unter und drehen sich im Kreis. „Zweimal, bis ihr wieder so ankommt, wie ihr jetzt steht“, sagt Chorleiterin Gerti Richter und tanzt mit Regisseur Maximilian Ponader die Ringel-stell-dich-ein-Bewegung schwungvoll vor.
Die kleinen und großen Sänger stehen kerzengerade, sind angespannt. Sie warten auf Ansagen von Gerti & Co. Und die heißen: „Lebendig, körperbetont, alle Hände spielen mit, volle Zahnreihen wie beim Spaghetti-Grinsen, ganz deutlich sprechen: Zack, Bäng, Boing, Wumm, Krach, Bäng, Zoing, Bumm.“
Auf der grünen Schiefertafel sieht man Bilder, Eselsbrücken für die zahlreichen Texte. Zehn Lieder müssen für das Kindermusical einstudiert werden. „Das sieht dann nur nach was aus, wenn's perfekt ist“, sagt Ponader. Geht so gibt’s nicht. „Wir arbeiten so professionell wie mit Erwachsenen. Wir wollen das Beste aus den Kindern herausholen“, sagt Hochschuldozentin Richter.
„Die Proben sind das anstrengendste. Man steht sich die Beine in den Bauch, wiederholt Strophe für Strophe – dabei kann ich den Text doch“, sagt die elfjährige Johanna. Sie besucht die fünfte Klasse des Gymnasiums Christian-Ernestinum. Seit sechs Jahren ist sie im Bayreuther Kinder- und Spatzenchor dabei. „Weil Mama wollte.“ Heute ist sie dankbar für den sanften elterlichen Druck. Ich liebe Singen. Wenn's mit der Schule nichts wird, werde ich Sängerin.“ Am meisten freut sie sich auf die Chorfreizeit in den Pfingstferien – die Generalprobe vor der Premiere. „Da dürfen wir immer ganz lange aufbleiben – bis nach Mitternacht – und ganz viel Quatsch machen.“

Kaum erwarten kann Justin das Bauchkribbeln vor der Premiere. Der Dreizehnjährige spielt bei zwei Aufführungen das Sams. Das Schauspielen ist ihm das Liebste. „Eine super Rolle. Das Sams ist witzig, spontan, gedankenlos, macht was es will – das Gegenteil von mir.“ Dazu „isst es Tische, Speisekarten, beleidigt Polizisten – ein Traum.“ Auch die Lieder findet er klasse: “Man fühlt den Beat ganz doll, da zuckt es richtig in den Beinen.“
Marvin fühlt sich durch den Beifall motiviert. „Wenn man keinen Applaus kriegt, ist es schade. Die ganze Mühe umsonst. Das ist mir aber noch nie passiert.“ Schon im letzten Jahr, beim ersten Teil der Sams-Geschichten „Eine Woche voller Samstage“, hat er Herrn Taschenbier gespielt. „Als Zweitjob will ich immer Theaterspieler sein. Mein Erstjob aber soll Chemiker sein.“
Regisseur und Komponist Maximilian Ponader ist gelassen. „Ich weiß, was ich hier zu erwarten habe. Das ist gar nicht anstrengend.“
Jetzt wird die Sprechszene im Nobelrestaurant geprobt. Eleanor alias Oberkellner schlägt die Speisekarte kraftvoll gegen ihren Oberschenkel. Es klatscht. „Autsch“ schreit sie. Und Ponader hinterher: „hast du Stimme? Lauter.“ Das Ganze wird wiederholt, bis Ponader zufrieden ist. Die elfjährige Eleanor findet ihre Rolle toll. „Mir gefällt es gut, die anderen anzuschnauzen, ohne dass sie danach sauer auf mich sind.“
Weniger sind die Dinge erwünscht, die für das Schauspiel keine Rolle spielen. „Wenn die Handys jetzt noch einmal sichtbar sind“, sagt drohend Geli Rieß, die Co-Regisseurin. Auch Rieß ist seit über 20 Jahren dabei. So wie viele andere ehrenamtliche Helfer. Da sind zum Beispiel die Eltern. „da wird jeder eingespannt. Zur Aufsicht, zum Kartenverkauf, für das Catering. Die Väter am liebsten für das Bühnenbild“, saft Chorleiterin Gerti Richter. Eine der Mamas ist Julia Brüske aus Wolfsbach. Tochter Hannah, 9, und Sohn Noah, 7, singen und schauspielern beide. „ich bin begeistert. Alles ist super organisiert. Und trotz der vielen Proben, sind die Kinder mit so viel Elan dabei, die Energie geht nie flöten. Das beeindruckt mich und macht mich schon stolz.“ Und noch was fällt ihr auf: „Die Kinder bekommen auch im Alltag ein Bewusstsein dafür, wie man überzeugt – sie spielen mit Gestik, Mimik und Tonfall; werden immer selbstbewusster“, sagt die 33-Jährige.

Eine andere freiwillige Helferin ist die Friseurin Lore Maßler, 59. „Eigentlich wollte ich immer Maskenbildnerin werden und im Theater arbeiten.“ Ihre Leidenschaft übt sie jetzt bei den „Kleinen“ aus. Sie schneidert die Kostüme, schminkt, lässt ihre „Fantasie fliegen“, verarbeitet jeden Stoff, jedes Tuch, das sie im Laufe der Zeit gehortet hat. „Ein kreativer Geist verarbeitet alles.“ Seit über 20 Jahren tut sie das. „Man kann da irgendwann nicht mehr raus, zu sehr ist man zusammengewachsen, zu intensiv die Freundschaften.“ Was ihr besonders gefällt? “Dass die Kinder kritisch sind. Denen kann man nix vormachen. Die wollen immer ganz genau wissen, warum, wieso, weshalb der Frack jetzt so aussehen und sitzen soll.“
All da lässt auch Praktikantin und Lehramtsstudentin Carina Warmuth, 24, staunen. Sie wollte sich mal anschauen, wie Kindertheater entsteht. Ihr Urteil: „Wie Erwachsenentheater. Sehr professionell.“ Dazu gehört, „wie vorurteilsfrei ich aufgenommen wurde. Sofort war ich Teil der Gruppe.“
Wo bleibt die Herausforderung, wenn die Kindersänger und Schauspieler vorbildlich sind? „Ich muss mir jede Woche, zu jeder Probe, neu einfallen lassen, wie ich den Inhalt eines Stückes so transportiere, dass er in die Herzen der Kinder übergeht, dass sie ihn aus der Seele singen. Da diskutieren wir auch schon mal länger über Benimmregeln des Sams. Jeder versteht und lernt ja anders“, sagt Richter.
Diesen Sommer ist es das Sams, nächstes Jahr soll es etwas mit Piraten oder Gespenstern sein. „Zwei Komponisten schreiben gerade an Stücken für den Chor. Das ist gar nicht so einfach, ein passendes Stück für so eine große Truppe zu schreiben.“ Die Ansprücke sind vielfältig: Es soll ein Publikumsrenner sein, sich also verkaufen lassen, dramaturgisch umsetzbar, singbar und einstudierbar sein.

Regisseur Ponader findet, dass der Chor in Zukunft noch mutiger sein könnte: „Die Reputation des Bayreuther Kinderchor ist so groß, dass man mehr wagen könnte. Eine Uraufführung ausprobieren, etwas Nicht-Kommerzielles spielen sollte.“
In einem sind sich Kinder wie Leiter einig: „Spaß soll es machen, lustig sein. Ich will lachen“, sagt Johanna. Sie packt ihre Brotzeitdose in den Rucksack und macht sich auf den Weg. Es ist Nachmittag. Ein langer Tag geht zu Ende. Morgen will sie ab 9 Uhr wieder Töne geben. Dann muss das Zwerchfell angespannt, auf Text, Melodie und Bewegung geachtet werden. Nix für müde Gemüter.
(Nordbayerischer Kurier, Bayreuth, 16.05.2013)

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